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Hidden & Dangerous 2


> Waffen

Hidden & Dangerous 2 - Die unendliche Geschichte

Lange, wirklich lange hat es gedauert, bis Hidden & Dangerous 2 erschien. Bereits im Jahr 2000 angekündigt, sollte das Spiel alles revolutionieren, was sich im Genre-Bereich von Hidden & Dangerous getan hatte. Mittlerweile gab es viele Spiele, die im Stil von Hidden & Dangerous als Taktik-Shooter im Zweiten Weltkrieg angesetzt waren. Doch Illusion Softworks wollte sich die Spitze des Genres wieder zurückerobern. Realistisch wie kein zweites Spiel sollte es werden, alles enthalten, was den Vorgänger so erfolgreich gemacht hatte und noch vieles mehr. Die ersten Screenshots entstanden, die ersten Interviews wurden gemacht, und beides passte perfekt zusammen. Es schien so, als würde Illusion Softworks wieder ein riesen Clou gelingen und Hidden & Dangerous 2 würde alle Erwartungen der Fans erfüllen.
Doch leider kam dann alles anders. Es war ein langer und schwieriger Weg bis zur Fertigstellung. Die Ziele der Programmierer waren zu hoch gesetzt, immer mehr mussten sie sich eingestehen, dass nicht alles umsetzbar war, was sie geplant hatten. Und so vergingen Jahre, bis sie anfingen, noch mal alles zu überdenken, viel zu streichen und das Spiel praktisch neu zu programmieren. Die Chef-Etage des Entwickler-Teams wurde ausgetauscht und ein Neuanfang sollte das Spiel nun endlich fertigstellen.
Und so dauerte es bis zum Oktober 2003, bis die Fans endlich die Fortsetzung in den Händen hielten, auf die schon so lange gewartet hatten und auf die sie schon kaum mehr zu hoffen gewagt hatten.

Das Ergebnis

Doch das Spiel, dass dann auf den Markt kam, war ein Spiel voller Kompromisse. Viele der angekündigten Missionen wurden gestrichen, dass Spiel wurde mehr der breiten Masse der Shooter-Spieler angepasst und komplett mit Hidden & Dangerous 1 lässt es sich nicht mehr vergleichen. Das größte Versäumnis war dann auch noch der fehlende Kooperativ-Modus, auf den die meisten Hidden & Dangerous 1 - Fans gewartet hatten. Dafür gibt es jetzt mehrere Spiel-Modi, die zwar auch ihren Reiz haben, aber mit der Spiel-Idee von Hidden & Dangerous nicht mehr das geringste gemeinsam hatten.
Im Singleplayer-Modus ist das der "Lone-Wolf"-Modus, in dem man das Spiel wie in "Medal of Honor" alleine bestreitet und dem Team- und Taktik-Geist von Hidden & Dangerous 1 komplett widerspricht. Und der etwas makaber benannte "Blutbad"-Modus. Hier ist das Ziel einer jeden Mission, alle feindlichen Kräfte zu beseitigen, das dem Gedanken von Hidden & Dangerous 1 mit dem Ziel, möglichst unbemerkt zu bleiben, auch nicht wirklich nahe kommt.
Und der Multiplayer-Modus hat nun, wie bereits erwähnt, keinen "Kooperativ"-Modus, sondern dafür den mittlerweile überall vorhandenen "Deathmatch"-Modus und den "Capture-the-Flag"-Modus. Außerdem gibt es noch einen "Aufgaben"-Modus, in dem die zwei Teams (Alliierte und Achsenmächte) jeweils unterschiedliche Aufgaben zu erledigen haben. So müssen z.B. die Alliierten ein bestimmtes Ziel mit Sprengsätzen versehen, die Achsenmächte müssen dies verhindern.

Das Gameplay

Nach all dem Negativen nun zum eigentlichen Spiel-Verlauf. Wie bereits in Hidden & Dangerous 1 ist das Spiel in mehrere Kampagnen unterteilt, die jeweils aus einzelnen Missionen bestehen. Zu Beginn der Kampagne werden diesmal nur 4 Soldaten ausgewählt. Realistischer als im ersten Teil können keine Ersatz-Männer praktisch per Fallschirmsprung dem Team beitreten. Wenn einer der Männer stirbt, muss die Mission nun mit den restlichen 3 Soldaten gemeistert werden. Also sollte man sich noch genauer überlegen, ob man nicht die Mission noch mal spielt, falls einer der Männer ums Leben kommt. Stark verbessert ist auch das Mitführen der Waffen. Diesmal gibt es ein schönes Inventar-System, das in Hand (erste Waffe), Rücken (zweite Waffe), Taschen (Munition, Medi-Kit, Granaten, Fernglas, Kompass etc.) und Rucksack (zusätzliche Ausrüstung, die allerdings zur Verwendung während der Mission erst in die Taschen gepackt werden müssen) geteilt ist.
Hier ist diesmal das maximale Gewicht, dass die Soldaten mit sich führen können, realistisch. Es können also nicht mehr als 2 Waffen mitgenommen werden, wie es in Hidden & Dangerous 1 der Fall war. Nur zu Beginn der Kampagne ausgewählte Waffen behalten die Soldaten bis zum Schluss (außer man nimmt die Waffen gefallener Gegner auf), es gibt nicht wie bei Hidden & Dangerous 1 einen "magischen" Transporter, der am Anfang der folgenden Mission wieder zusätzliche Ausrüstung parat hat.
In der Mission hat das Gewicht der Ausrüstung auch einen entscheidenden Effekt. Bequem mit dem Mausrad kann man nämlich nun die Lauf-Geschwindigkeit der Soldaten in 4 Stufen anpassen. Von Schleichen über Gehen und Laufen bis hin zum Sprint. Wie lange allerdings der Soldat am Stück sprinten kann, ist abhängig von seiner Kondition und vom Gewicht der Ausrüstung, die er mit sich trägt. Hier wären wir auch schon bei einem weiteren Pluspunkt der Fortsetzung. Am Ende jeder Mission werden die einzelnen Fähigkeiten der Team-Mitglieder immer weiter verbessert, je nachdem, wie oft speziell von diesen Fähigkeiten in der Mission Gebrauch gemacht hat. Man sollte also noch mehr darauf achten, bereits zu Beginn des Spiels ein gutes Team zusammen zu stellen, dass sich im Laufe des Spiels immer weiter verbessern kann.
Eine weitere schöne Neuerung ist das Um-die-Ecke-luken. Nur mit Kopf und Waffe um eine Ecke spähend, kann man ins Besondere bei Häuser-Kämpfen Feinde erledigen, bevor diese einen richtig wahrnehmen. Außerdem bietet man so auch eine viel geringere Angriffsfläche.
Insgesamt sind die einzelnen Missionen wieder sehr gelungen. Abwechslungsreich und spannend verläuft jede Mission unterschiedlich. Viele Neuerungen haben auch das Gameplay im Vergleich zum Vorgänger realistischer gemacht. So ist es Feinden nicht mehr nach ein paar Sekunden wieder egal, ob da gerade jemand auf sie geschossen hat, sondern gehen in Deckung und versuchen, einen auszumachen. Haben sie einen der Team-Mitglieder der SAS gesichtet, versuchen sie, möglichst geschickt das Team von der Flanke aus anzugreifen, anstatt an ihrem Platz zu verharren, bis man sich ihnen weiter nähert. Das die KI (künstliche Intelligenz) aber nicht immer die hellste ist, muss man leider des Öfteren feststellen. Trotzdem kann man nun viel häufiger auf die Hilfe der drei anderen Team-Mitglieder vertrauen und sie helfen, so gut sie können, Feinde auszuschalten. Um möglichst unentdeckt zu bleiben, stehen eine ganze Latte an Befehlen zu Verfügung, die man den anderen dreien entweder einzeln oder dem ganzen Team mitteilen kann. So sollen sie etwa nur von Versteck zu Versteck laufen, sie sollen das Feuer ganz einstellen oder nur die Soldaten sollen feuern, die eine Waffe mit Schalldämpfer in der Hand haben (Eine weitere nette Neuerung in Hidden & Dangerous 2, da schallgedämpfte Waffen in Hidden & Dangerous 1 leider nicht vorkamen). Auch gezielte Befehle sind möglich, wie wenn man z.B. direkt auf einen Panzer schaut und einem anderen Team-Mitglied den Befehl gibt, die Bazooka vom Rücken zu holen und den Panzer zu erledigen.
Die neue Taktik-Karte allerdings ist im Vergleich zum Vorgänger überhaupt nicht mehr zu gebrauchen. In freier 3D-Kamera kann man jetzt über das Terrain fliegen, aber bis man dort die Befehle eingegeben hat, hat man die Soldaten entweder selber dorthin gesteuert oder über die direkten Befehle dorthin navigiert.
Allen in allem entsteht während dem Spielen eine tolle Atmosphäre, die Umgebung sowie das Wetter stärken diese ungemein. Man fühlt sich auf jeden Fall wieder im Hidden & Dangerous - Flair. Leider ist jedoch die Grafik-Engine durch die lange Entwicklungszeit bereits veraltert gewesen, als das Spiel erschien. Wäre es tatsächlich, wie zu Beginn angesetzt, 2001 erschienen, hätte es neue Maßstäbe gesetzt und wäre allen anderen Spielen seiner Zeit voraus gewesen. Ende 2003 allerdings gab es bereits Spiele, die weitaus schönere Grafik zu bieten hatten und eine viel größere Interaktion mit der Umgebung.

Der Multiplayer-Part

Wie bereits erwähnt, ist der fehlende Kooperativ-Modus im Spiel ein großes Manko. Wenn man sich allerdings mit Freunden zu einem Deathmatch-, Aufgaben- oder Besetzungs-Spiel verabredet, kann man auf jeden Fall eine Menge Spaß haben. Ein wichtiges neues Feature ist der Ingame-Spielebrowser, bei dem man wie mittlerweile bei jedem anderem Multiplayer-Spiel direkt laufenden Servern beitreten kann. Außerdem gibt es, wie bereits bei Hidden & Dangerous Deluxe, einen Ingame-Voicechat, der die Kommunikation über Headset erlaubt und eine akzeptable Sprachqualtität liefert. Sonst ist zu den einzelnen Modi nicht viel zu sagen, sie sind identisch aufgebaut mit denen aus anderen Spielen.

Die Mission-CD

Genau ein Jahr hat sich Illusion Softworks Zeit gelassen, ein AddOn zu Hidden & Dangerous 2 mit dem Namen "Sabre Squadron" zu veröffentlichen. Wieder gibt es neue Kampagnen und neue Waffen, am Spiel-Prinzip selbst hat sich nichts geändert. Ob das AddOn nur reine Geldmacherei war und die Entwickler absichtlich die Missionen des AddOns aus dem Hauptspiel genommen haben, darüber lässt sich streiten. Fakt ist aber, dass einige der Missionen bereits in Hidden & Dangerous 2 enthalten sein sollten, allerdings dann doch gestrichen wurden.
Die beste Neuerung allerdings ist, dass es wieder den beliebten Kooperativ-Modus für die Kampagne gibt. Leider ist dieser aber nicht so, dass man die Missionen 1 zu 1 wie im Singleplayer-Modus nur mit mehreren Mitspielern bewältigt, sondern man kann einzelne Karten spielen, diese werden dann ohne Briefing etc. direkt gestartet. Und wenn ein Mitspieler stirbt, kann er auch sofort wieder vom Start der Mission loslaufen und frisch gestärkt weiter mitspielen. Schade, diese Änderungen im Kooperativ-Modus haben ihm den Flair genommen, den er in Hidden & Dangerous 1 noch hatte.

Das Fazit

Hidden & Dangerous 2 ist trotz allem Negativen ein gelungenes Spiel seines Genres und ein gute Fortsetzung für alle H&D-Fans. Schade, dass es nicht wie bei Hidden & Deluxe einen Editor gibt, das würde das Spiel sicher um einiges länger am Leben halten, denn Hidden & Dangerous 2 würde auf jeden Fall viel mehr Möglichkeiten bieten, um eigene AddOns noch interessanter zu gestalten, als dies in Hidden & Dangerous Deluxe der Fall ist.

System-Voraussetzungen

Prozessor: PIII / AMD Athlon 1 GHz
Arbeitsspeicher: 128 MB
Speicherplatz: 2,4 GB
Grafik: 32 MB Speicher, Direct3D kompatibel



--- Haftungsausschluss ---