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Hidden & Dangerous Classic


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Hidden & Dangerous - Wie alles begann

1999 kam ein Spiel auf die Welt, das es so in dieser Form vorher noch nicht gab. Hidden & Dangerous war eins der ersten Taktik-Shooter mit der Thematik des Zweiten Weltkriegs in 3D. Nachdem eine WW2-Simulation bereits durch Spiele wie beispielsweise "Commandos" die Spieler begeisterte, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Idee in ein 3D-Spiel umgesetzt würde. Entwickelt von "Illusion Softworks" und herausgebracht von "Take 2" erschien also im September 1999 "Hidden & Dangerous".

Die Spielidee

Idee des Spiels ist es, mit einer 4 Mann starken Truppe der britischen SAS (Special Air Services) hinter feindlichen Linien kleine aber gezielte Sabotagen durchzuführen, die den Feind stark schwächen sollen. Die SAS wurde im zweiten Weltkrieg als eine Spezial-Truppe gegründet, die eben in solchen kleinen Teams auf Feindesland Operationen durchführen sollen. Im Spiel wird man also einen dieser 4 Soldaten direkt steuern (welchen man steuert, kann man jederzeit frei wählen) und die anderen 3 mit einfachen Befehlen wie "Mir folgen", "Vorangehen", "Stellung halten" etc. durch die Karten navigieren. Dabei sollte man meistens möglich unentdeckt bleiben, da man mit 4 Mann gegen eine große Übermacht an Feinden nur Erfolg haben kann, wenn man mit gezielten Schüssen aus einem Versteck heraus den Feind erledigt. Blindes Vorrennen bringt einen also nie ans Ziel. Der Feind muss erledigt werden, bevor er einen sehen kann.

Der Start

Das Spiel ist aufgeteilt in 6 Kampagnen, die nacheinander freigeschaltet werden, wenn eine Kampagne erfolgreich abgeschlossen wurde. Dazu müssen in jeder Kampagne mehrere Missionen bewältigt werden, die meistens zeitlich und örtlich aufeinander folgen.
Zu Beginn jeder Kampagne können 8 Soldaten aus einem großen Sortiment ausgewählt werden. Jeder Soldat hat seine Vor- und Nachteile. So sollte man also einen guten Schützen einpacken, den man später mit einem Scharfschützen-Gewehr ausstatten kann. Ein Tarnexperte ist auch nicht von Nachteil, der sich besonders nah an feindliche Stellungen heranpirschen kann, um dort zu sabotieren. Außerdem ist immer noch ein Muskelprotz im Team wichtig, der ersten schwere Waffen, wie MGs, Panzerfäuste, Minen etc. schleppen kann, und zweitens während der Mission Waffen und Munition von gefallenen Gegnern aufsammeln kann.
Von diesen 8 Männern werden dann 4 ausgewählt, die in die Mission ziehen werden. Die anderen 4 dienen als Reserve, falls doch einmal ein eigener Soldat fallen sollte. Allerdings ist dieser dann für den Rest des Spiels nicht mehr verfügbar, deswegen sollte man sich zweimal überlegen, ob man die Mission nicht noch mal neu startet, wenn einer der besten Männer gefallen ist.
Auch kann man nur zu Beginn einer jeden Kampagne die gewünschten Waffen für alle folgenden Missionen auswählen. Aus dieser Auswahl werden dann zu Beginn jeder Mission die einzelnen Soldaten ausgerüstet. Um in etwa zu wissen, welche Waffen wohl am besten geeignet sein könnten, sieht man zuvor noch das Briefing der Mission, in der anhand einer Karte die Situation erklärt wird und die einzelnen Aufgaben gezeigt werden.

Der Spielablauf

Nachdem alle Soldaten gewählt, alle Waffen verteilt wurden, geht es ab in die Mission. An einer versteckten Stelle der Karte, wo man noch von keinem Feind gesehen werden kann, startet man mit seinen 4 Männern. Dann heißt es erst mal Umgebung checken. Vor allem mit dem Scharfschützen oder mit dem Fernglas hält man Ausschau nach Feinden und überlegt sich eine eventuelle Route, die man beschreiten wird. Hierfür gibt es auch eine jederzeit aufrufbare Übersichtskarte, in der aus der Vogelperspektive die komplette Mission dargestellt wird. Feinde sind hierauf freilich erst zu erkennen, wenn man sie in der 3D-Ansicht auch schon gesichtet hat. Aber wer z.B. einen Teil seiner Truppe zu einem anderen Teil der Karte schicken möchte, kann dies einfach über Wegpunkte mit dieser Karte tun. Beliebig viele Befehle können hier im Vorhinein programmiert werden - so z.B. auch Wache schieben, also in eine bestimmte Richtung schauen und alles abknallen, was vor das Visier kommt - und diese werden dann nacheinander ausgeführt, sobald man den Karten-Modus wieder verlässt.
Dann zieht man, wie bereits erwähnt, aus der Sicht einer der vier Soldaten, durch die Mission (wobei man jederzeit zu einem der anderen drei Soldaten wechseln kann). In beliebiger Reihenfolge können die einzelnen Missions-Aufgaben bewältigt werden. Deswegen gibt es immer viele mögliche Wege, eine Mission zum Erfolg zu bringen. Das macht einen großen Teil des Spielspaß aus. Denn eine Mission auf einem anderen Weg zu lösen, bedeutet meist auch eine Umstellung der Taktik. Vor allem im später noch erwähnten Multiplayer-Spiel kann man am besten jede Strategie der einzelnen Mitspieler ausprobieren.
Der Verlauf einer Beispiel-Kampagne soll hier kurz wiedergegeben werden:
Wie wir im Briefing erfahren, ist das Ziel unserer Mission, ein Schleusentor zu zerstören, dass den Schiffverkehr in dieser Umgebung beeinträchtigen würde. Unser Flugzeug macht sich also auf den Weg, damit wir über dem Zielgebiet abspringen können Dort sollen wir uns mit verbündeten Rebellen treffen, die uns mit Sprengstoff versorgen. Doch scheinbar waren wir nicht vorsichtig genug. Die Deutschen haben unser Flugzeug entdeckt und beschießen uns. Die Motoren fangen Feuer und in letzter Sekunde können wir noch abspringen. Doch in der Nähe des Schleusentors sind wir nun ganz und gar nicht. Stattdessen finden wir uns in einem großen Waldstück wieder, das schwer von den Deutschen bewacht wird. Überall Patrouillen und Wachen. Und zu allem übel sind wir 4 auch noch im gesamten Wald verstreut. Wir versuchen möglichst wenig Aufsehen zu erregen und sammeln uns zuerst an einer leicht zu findenden Stelle in der Karte. Als nächstes ziehen wir weiter, immer etwas entfernt von den Straßen, um die Wachen zu umgehen. Schließlich kommen wir zum gewünschten Zielpunkt unter einer großen Brücke. Die letzten Wachen sind erledigt, und ohne, dass unser Dasein bemerkt wurde, verschwinden wir aus dem Wald.
Wir warten, bis es Nacht wird. Sobald die Dunkelheit einsetzt, schleichen wir uns in eine nahgelegene Stadt. Kein Schuss darf fallen, kein Deutscher fallen. Denn sonst wäre sofort die komplette Stadtwache hier und wir hätten verloren. Durch versteckte Gassen schleichen wir uns auf einen Hof, wo wir zum Glück ein paar Zivil-Kleidungen finden. So getarnt, können wir nun weiter gehen. Wir versuchen, unentdeckt eine Brücke über den Fluss zu überqueren. Auf der Insel in der Mitte des Flusses liegt nämlich ein kleines Boot, mit dem wir weiter zum Schleusentor fahren können. Wir schleichen uns an einer Kneipe vorbei, in der scheinbar die Wachen ihren Abend verbringen. Und kaum haben wir das Boot gestartet, stürmen die Deutschen Soldaten auch schon aus dem Wirtshaus. Doch wir haben natürlich den Ausgang vermient und bevor weitere Soldaten ankommen können, fahren wir flussabwärts Richtung Schleuse.
Endlich kommen wir an der Schleuse an. Allerdings ist es mittlerweile wieder Tag geworden. Ein Stück davor gehen wir an Land und Schritt für Schritt arbeiten wir uns nach vorne. Zum Glück wussten die Soldaten hier noch nichts von unserer Ankunft und mit dem Scharfschützen können wir problemlos alle Wachen ausschalten. Doch zu früh gefreut. Weitere Soldaten haben von der Schießerei vor dem Wirtshaus mitbekommen und zwei Truppen deutscher Soldaten fallen uns in den Rücken. Mit Müh und Not kann unser MG-Schütze die Truppen aufhalten. Weiter zur Schleuse. Die Rebellen sind nun aber nicht mehr aufzufinden. Zu unserem Glück steht noch ein Panzer in der Nähe, mit dem wir das Schleusentor knacken können. Aufgabe erfüllt, jetzt nichts wie weg hier, bevor noch weitere Soldaten kommen.
Mit unseren Verbündeten haben wir ausgemacht, dass wir an einem in der Nähe befindlichen freien Feld mit einem Flugzeug abgeholt werden. Doch unser Weg dorthin führt durch ein gut bewachtes Gräben-Labyrinth, angelegt und bewacht von Deutschen. Meter für Meter müssen wir uns durch die Gräben kämpfen, alle anderen Wege wurden vermient. Nach langen und harten Kämpfen haben wir die Schützen-Gräben eingenommen und können unseren Weg fortführen.
Endlich kommen wir am vereinbarten Feld an. Doch die deutschen haben mittlerweile Wind von unser Aktion bekommen und schicken massenweise Soldaten, um unseren Abflug zu verhindern. Verbittert verteidigen wir das Feld, bis endlich unser Flugzeug kommt. Jetzt nichts wie rein in das Flugzeug. Die restlichen Soldaten erledigen wir mit den Bordwaffen der Maschine. Endlich heben wir ab und fliegen wieder Richtung Heimat.

Der Multiplayer-Part

Eins der besten Features des Spiels ist der Multiplayer-Part. Im Gegensatz zu anderen Spielen spielt man hier nicht gegeneinander, sonder kann mit bis zu vier Spielern genau die gleiche Missionen lösen, in denen man sich auch allein versucht hat. Jeder Spieler übernimmt einen der 4 Soldaten, die übrigen werden wieder vom Computer gesteuert. Jetzt offenbaren sich komplett neue taktische Möglichkeiten. So kann man mit menschlichen Mitspielern natürlich viel gezielter und genauer vorgehen. Aktionen können genau getimed und gleichzeitig ausgeführt werden. Und wie bereits erwähnt, bringt natürlich jeder einzelne Mitspieler eigene Ideen und Vorschläge zum Bewältigen der Mission mit. Also können zig Strategien probiert, kombiniert und verbessert werden. So macht das erneute Spielen der Kampagnen noch mal einen Riesen Spaß.

Die Mission-CD

Wegen dem Erfolg des Hauptspiels entschlossen sich die Entwickler von Illusion Softworks, eine Mission-CD zu erstellen, die in den USA unter dem Namen "Devil's Bridge", im Rest der Welt unter dem Namen "Fight for Freedom" erschien. Hier gab es 3 neue Kampagnen mit insgesamt 9 neuen Missionen. Außerdem eine Reihe neuer Waffen sowie komplett neue Soldaten. Der Inhalt des Spiels reicht sogar bis über das Ende Kämpfe zwischen den Achsenmächten und den Alliierten hinaus, da die letzte Kampagne in Griechenland spielt, wo man kommunistische Rebellen bekämpft. Insgesamt eine gelungen Mission-CD, die die Idee von Hidden & Dangerous sehr gut fortführt

Das Fazit

Hidden & Dangerous ist nun bereits einige Jahre auf dem Markt. Die Grafik ist mittlerweile natürlich lang veraltert, das Gameplay auch nicht mehr am Stand der Zeit. Trotzdem macht das Spiel immer noch jede Menge Spaß, und vor allem durch die Überarbeitung und mit der Erscheinung von "Hidden & Dangerous Deluxe" ist das Spiel unter Fans nicht totzukriegen. Es war eins der ersten seines Genres und hat sich dem Geschmack der breiten Masse entzogen. Man muss das Genre mögen, es nichts für ungeduldige Shooter-Fans, die im Stil von "Medal of Honor" durch die Missionen ziehen wollen. Wenn man sich allerdings in das Spiel "einarbeitet" und mal eine andere Art von Taktik-Shooter ausprobieren möchte, wird man auf jeden Fall seinen Spaß damit haben und das Spiel gerne bis zum Schluss durchspielen. Die Kampagnen sind sehr abwechslungsreich und steigen langsam im Schwierigkeitsgrad an, so dass das Spiel auf keinen Fall langweilig wird. Und wie bereits erwähnt garantiert der tolle kooperative Multiplayer-Modus einen langen Spielgenuss.

System-Voraussetzungen

Datenträger: 1 CD, 482 MB auf der Festplatte
System: Ab einem P200 mit 16 MB RAM (mittlerweile sind auch eine Playstation- sowie eine Dreamcast-Umsetzung erhältlich)
Grafik: 512 x 384 bis 1600 x 1200 Pixel, 3Dfx– oder Direct3D-Beschleuniger benötigt
Eingabe: Tastatur, Maus, Joystick (Force Feedback)
Sprache: Komplett deutsch
Multiplayer: 2 bis 4 Spieler im Team über (Null-)Modem, LAN oder Internet;



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